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Die Sinne des Labrador
Retriever
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Die fünf Sinne des Hundes, der Geruchs-,
der Hör-, der Seh-, der Tast- und der Geschmackssinn, sind
seine Pforten zur Umwelt.
Deshalb ist es für jeden Hundebesitzer
ein Muss über die Sinnesleistungen seines Hundes Bescheid zu
wissen. Nur wenn Sie sich darüber im Klaren sind, wie Ihr Hund
Dinge wahrnimmt, können Sie eventuelle Verständigungsprobleme
rechtzeitig erkennen oder bestenfalls sogar vermeiden.
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Der Geruchssinn
| Der Geruchssinn ist für den Hund der
Wichtigste seiner fünf Sinne! Er dient nicht nur der Jagd, der
Nahrungssuche und der Orientierung, sondern auch der innerartlichen
Kommunikation. |
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Laut Definition ist der Geruchssinn die Fähigkeit zur Erkennung
und Unterscheidung chemischer Moleküle. Die Geruchswahrnehmung
ist dabei vor allem von der chemischen Zusammensetzung, dem Molekulargewicht,
sowie der Wasser- oder Fettlöslichkeit der betreffenden Geruchsmoleküle
abhängig, aber auch von äußeren Faktoren wie zum
Beispiel der Luftfeuchtigkeit und der Wind-geschwindigkeit.
Nach neueren Untersuchungen sind Hunde in der Lage mindestens 50
verschiedene Geruchsklassen zu unterscheiden. Je nach Geruchsklasse
ist der Geruchssinn des Hundes zwischen 1000 und 1 Mio. x höher
entwickelt als der des Menschen.
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| Im Gehirn eines Labradors befinden
sich im Vergleich zum Menschen bis zu 50 x mehr spezialisierte Gehirnzellen
für die Entschlüsselung von Gerüchen. Die außerordentlich
hohe Geruchsempfindlichkeit des Labradors liegt vor allem an der Größe
seines Riechepithels, das eine Oberfläche von 200cm² umfasst.
Aufgrund der darauf befindlichen 225 Mio. Riechzellen, gehört
der Labrador mit zur Spitzengruppe der Rassen mit dem besten Riechvermögen. |
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Im Vergleich
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Labrador
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Mensch
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Grösse des Riechepithels
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200 cm²
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3-5 cm²
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Anzahl der darauf befindlichen
Riechzellen
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225 Mio.
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5 Mio.
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Der Hörsinn
| Während der Hörsinn des Hundes
im Niedrigfrequenzbereich in etwa mit dem des Menschen vergleichbar
ist, ist er uns im Hochfrequenzbereich mit bis zu 100.000 Schwingungen
pro Sekunde haushoch überlegen (vgl. Mensch mit zunehmendem Alter
von 30.000 auf 12.000 Schwingungen pro Sekunde abnehmend). Hunde hören
selbst noch im Ultraschallbereich. Sein guter Hörsinn ermöglicht
ihm, dass er Geräusche im Vergleich zum Menschen aus 4-fach größerer
Entfernung wahrnehmen und ihre Quelle auf 1 Grad genau orten kann. |
Der Sehsinn
| Auch der Sehsinn des Hundes ist gut ausgebildet.
Allerdings unterscheidet sich die Art seines Sehvermögens, aufgrund
des unterschiedlichen Aufbaus seiner Netzhaut, erheblich vom Menschen.
Wie bei allem anderen Säugetieren, finden sich auch beim Hund
zwei verschiedenen Arten von Lichtrezeptoren auf der Netzhaut: Stäbchen
und Zapfen. Im Unterschied zum Menschen weist die Netzhaut des Hundes
jedoch wesentlich mehr der lichtempfindlicheren Stäbchen auf.
Während die Stäbchen in der Dämmerung und im Dunkeln
die Unterscheidung von hellen und dunklen Objekten ermöglichen,
werden die Zapfen hauptsächlich während des Tages beansprucht,
um farbiges und scharfes Sehen herzustellen. Ferner ermöglichen
sie auch das räumliche Sehen, sowie das Bewegungssehen. |

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Das Dämmerungssehen
Hunde können aus zwei Gründen
in der Dämmerung sehr viel besser sehen als Menschen. Einerseits
weist die Netzhaut des Hundes, wie bereits festgestellt, wesentlich
mehr lichtempfindliche Stäbchen auf, wodurch sie in der Lage
ist mehr Lichtinformationen aufzunehmen und andererseits befindet
sich hinter der Netzhaut des Hundes zusätzlich eine reflektierende
Schicht, das sogenannte Tapetum Lucidum. Diese lichtreflektierende
Schicht funktioniert wie ein Spiegel, indem sie das eintreffende
Licht nochmals auf die Netzhaut projiziert und es auf diese Weise
verstärkt. Diese Schicht ist auch für das grünliche
Leuchten der Augen des Hundes in der Dunkelheit verantwortlich.
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Die Farbwahrnehmung
Da die verschiedenen Zapfenarten der Netzhaut
jeweils auf einen bestimmten Spektralbereich spezialisiert und der
Hund im Gegensatz zum Menschen nicht drei, sondern nur zwei verschiedene
Zapfenarten besitzt, kann er nur einen Teil des menschlichen Farbspektrums
wahrnehmen. Während die menschliche Netzhaut Rezeptoren für
die Farben Rot, Grün und Blau aufweist, hat der Hund nur Rezeptoren
für Grün und Blau. Deshalb sehen Hunde die Welt vereinfacht
gesagt, wie Menschen mit einer "Rot-(Grün)-Blindheit".
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Das Bewegungssehen und die Sehschärfe
Die Sehschärfe des Hundes ist vermutlich
geringer als die des Menschen und auf Bewegungen optimiert. Als
Bewegungsseher sind Hunde in der Lage kleinste Bewegungen in noch
bis zu 700m Entfernung zu sehen. Gleichzeitig haben sie jedoch Schwierigkeiten
stillstehende Objekte auszumachen, denn sie sehen keine Details,
sondern nur die Silhouette. Es besteht die Annahme, dass stillstehende
Dinge kaum wahrgenommen werden, weil flüchtende Beute vorrangig
optisch selektiert wird. Grundsätzlich stellt die Schnelligkeit
der Wahrnehmung für den Hund eine höhere Priorität
dar als das Detailsehen. In Situationen, in denen er seinen hervorragenden
Geruchssinn einsetzen kann, nützt er diesen vorrangig.
Auch das binokulare Sehvermögen, welches denjenigen Bereich
beschreibt, der von beiden Augen wahrgenommen wird und für
die Fähigkeit zur Tiefenwahrnehmung verantwortlich ist, ist
im Vergleich zum Menschen beim Hund weniger gut ausgeprägt.
Aus diesem Grund kann er auch schlechter Entfernungen abschätzen.
In der Regel sieht er weiter entfernte Dinge besser als nahe, aber
auch dieses Defizit kompensiert er häufig mit Hilfe seines
guten Geruchssinns.
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Das Gesichtsfeld
Die Kopfform des Hundes bedingt in der
Regel eine seitlichere Platzierung der Augen im Vergleich zum Menschen.
Das so entstehende um 50 bis 70 Grad breitere Gesichtsfeld ist äußerst
hilfreich für die Jagd und ermöglicht auch die Wahrnehmung
von seitlichen Bewegungen.
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Im Vergleich
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Hund je nach Rasse
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Mensch
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Grösse des Gesichtsfeldes
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250-270 Grad
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200 Grad
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Größe des dreidimensional
wahrnehmbaren Bereichs
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120 Grad
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120 Grad
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| Die Größe des Gesichtsfeldes
unterscheidet sich in Abhängigkeit zum ursprünglichen Verwendungszweck
auch noch von Rasse zu Rasse. So findet sich bei den meisten Jagdhunden
ein auf das Aufspüren von Beute ausgerichtetes, begrenztes Geschichtsfeld,
während es bei Hütehunden, die eine Herde samt Umgebung
im Auge behalten müssen, einen möglichst großen Sichtbereich
abdecken sollte. Dementsprechend liegen die Augen des Jagdhundes eher
vorne, während sie beim Hütehund möglichst seitlich
angeordnet sein sollten. |
Der Tastsinn und die Temperaturempfindung
| Der Tastsinn des Hundes besteht aus einem
Netz aus Nerven, das über die ganze Körperoberfläche
verteilt ist. Besonders viele Nervenenden finden sich an den langen
Tasthaaren des Fangs, den Augenbrauen und des Kinns. Zudem gelten
der Nasenspiegel, die Lefzen und die Pfoten als besonders empfindlich. |

| Der Hund nimmt Kälte in der Regel intensiver
wahr, als Hitze. Als Reaktion auf Kälte findet sich das reflexgesteuerte
Aufstellen der Haare, bei Hitze hingegen beschleunigt sich die Atmung,
um eine erhöhte Wasserverdunstung über die Zunge zu ermöglichen. |
| Der Geschmackssinn |
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Der Geschmackssinn ist eng mit
dem Geruchssinn verknüpft, wobei letzterer eine äußerst
wichtige Rolle bei der Beurteilung von Nahrung spielt und deshalb
dem Geschmackssinn übergeordnet ist.
Beide Sinne dienen der Befriedigung des Fresstriebs, wobei die Grenze
des "Genießbaren" (wie z.B. Aas) beim Hund eine andere
ist, als bei uns Menschen.
Die Geschmackswahrnehmungen nutzen sich beim Hund kaum ab, da er etwa
12 x weniger Geschmacksrezeptoren als der Mensch besitzt. Aus diesem
Grund kann er, vorausgesetzt es schmeckt ihm, auch ohne weiteres jeden
Tag das gleiche Futter fressen. |
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