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Silence is Golden
- Eliminating Whining
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Ein Thema, das eigentlich jeden,
der sich mit der Ausbildung von Retrievern beschäftigt, neugierig
machen müsste. So erging es auch mir, als mir Vic Barlow's neues
Buch "British Training for American Retrievers", für
das ich mich vorerst nur aufgrund des kuriosen Titels interessierte,
in die Hände fiel.
Leider hat auch er kein Patent-Rezept gegen das Winseln gefunden,
aber er bringt doch so einige grundsätzliche Dinge rund um die
Ursachen unmissverständlich auf den Punkt.
Dabei dürfte es für "aufgeklärte" Leser kein
Problem darstellen, dass er vereinzelt Ansichten äussert, denen
man schon sehr kritisch gegenüber stehen sollte, wie z.B. seiner
Feststellung, dass ein Streicheln des Hundes während der Arbeit
von diesem als Schwäche des Hundeführers angesehen werden
könnte. Dies widerspricht natürlich grundlegend jeglichem
Grundsatz der positiven Bestärkung erwünschten Verhaltens.
Trotzdem lassen sich einige sehr gute Denkansätze finden. |
Eine kleine, übersetzte
Lese-Probe aus
Vic Barlow's "British Training For American Retrievers"
Willow Creek Press, 2003
ISBN 1-57223-597-7 (pbk.)
Schweigen ist Gold - das Beseitigen des Winselns
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"Im Finale eines jüngst stattgefundenen
britischen Field Trials an dem ich teilnahm, sollten die noch verbliebenen
Hundeführer ihre Hunde unangeleint für ein Enten-Treiben
absetzen. Im Verlauf dieses Treibens wurden vom Gamekeeper, den
Treibern und deren Spaniels eine grosse Anzahl Stockenten von einem
Teich in der Nähe eines Waldes hochgemacht. Als die Enten aufflogen,
eröffneten die anstehenden Schützen das Feuer und es regnete
Stockenten vom Himmel.
Der Hund, der mir neben mir sass, wurde beinahe von einer geflügelten
Ente getroffen, die nach ihrer Landung laut protestierend wie Daffy
Duck entlang der Line davon watschelte. Ein Golden rutschte unruhig
hin und her, wurde aber bald durch andere Vögel, die zu Boden
fielen, abgelenkt. Die Hundeführer, denen jegliche Kontaktaufnahme
zu ihren Hunden verboten worden war, standen starr und mit angehaltenem
Atem neben ihnen.
Ein junger Labrador in der Mitte der Line
rutschte drei Fuss nach vorne und wurde daraufhin sofort disqualifiziert.
Als das Treiben beinahe zu Ende war, lagen dutzende Enten im Umkreis
von 30 Yards um die Teilnehmer herum, aber trotz des immer noch
von der Waldung ausgehenden Treiberlärms, blieben alle Hunde
ruhig.
Zwei Wochen später nahm ich an einem
AKC Field Trial teil, bei dem keiner der teilnehmenden Hunde in
der Lage war, ruhig zu warten. Einige bellten beim Schicken, während
andere in der Deckung jaulten und winselten. Die Hundeführer
hatten heftigst zu tun, um ihre Hunde in der Line bei Fuss zu halten.
Bei diesen Wettbewerben zieht ein derart ungebärdiges Verhalten
zwar nur eine geringe Strafe nach sich, aber hinter einer Enten-Blende
oder bei einer Upland Jagd, kann es einen ganzen Jagdtag zunichte
machen.
Zu einem Workshop, den ich kürzlich
in Mississippi abhielt, kam ein junger Hundeführer mit einem
sehr gutaussehenden schwarzen Labrador namens Jake. Der Rüde
war erst sieben Monate alt, arbeitete aber schon weite Doppelmarkierungen
und Blinds. Er wurde von seinem Besitzer selbst trainiert, der dabei
mit grosser Begeisterung und Hingabe einem vorgeschriebenen Ausbildungsplan
folgte. "Er hat schon mehr als 40 Enten apportiert," sagte
sein stolzer Besitzer, und ich ahnte sofort die Probleme. Ich musste
nicht lange warten. Als wir uns mit unseren Hunden zur Gruppendiskussion
versammelten, wurde unser Gespräch von Jake's ständigem
Winseln übertönt. "Er macht das die ganze Zeit über
in der Verblendung", gab sein Besitzer zu. "Es macht mich
verrückt". Jake war auch der einzige Hund, der ausbrach,
als wir unsere Hunde in einen Kreis setzten und Dummies über
sie warfen. Am Ende des Trainingsnachmittags war Jake's Besitzer
sehr beunruhigt. Sein Hund, der so eindrucksvoll aussah, wenn er
raketenschnell zum Dummy raste, war vollkommen unfähig dem
Druck des "Nichtstuns" standzuhalten. Ein ums andere Mal
musste er für sein ungeduldiges Winseln getadelt werden. "Wie
bekomme ich ihn nur still?" fragte er mich verzweifelt. Ich
antwortete ihm nur ungern, weil ich wusste, er würde die Antwort
nicht willkommen heissen.
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Wie alle Fehler, hat auch das Winseln im wesentlichen
drei Hauptgründe:
Vererbung:
Wie wir alle wissen, gibt es keine unumschränkte
Garantie dafür, dass aus den Nachkommen, eines Champions, ebenfalls
Sieger werden. Der beste Hund, den ich je geführt habe, hatte
eine grösstenteils wenig eindrucksvolle Ahnentafel, obwohl das
ist kein Vorgehen ist, dass ich empfehlen würde; die Chancen
auf Erfolg sind zu gering.
Generell gesprochen, wenn Du einen Wachhund brauchst, ist es besser
einen Rottweiler, als einen Pudel zu kaufen. Und wenn er angriffslustig
sein soll, überzeuge Dich davon, dass er aus einer langen Zuchtlinie
von Beissern stammt. Auf diese Weise kannst Du sicher sein, dass er
genau die richtige Eigenschaft hat. Du kannst noch gewissenhafter
sein, indem du die Ahnentafel nach speziellen Eigenschaften überprüfst.
Hunde, die selbst ruhig und steady sind, tendieren auch dazu Würfe
mit diesen charakteristischen Merkmalen zu bringen. Beller tendieren
dazu Beller zu produzieren.
Also, bevor Du einen Welpen kaufst, überzeuge Dich von den persönlichen
Eigenschaften seiner Eltern. Auf diese Weise wirst Du einen Eindruck
davon bekommen, wie die Zukunft aussehen wird. Wenn sowohl die Mutter,
als auch der Vater ungeduldige Winseler sind, weißt Du, was
Du zu erwarten hast. |
Erfahrung:
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Welpen lernen
nur sehr wenig durch das Beobachten älterer Hunde, aber beinahe
alles, was sie lernen, ist nicht erwünscht. Sie lernen, wie
man Futter stiehlt, welches Stuhlbein sich am besten zum Kauen eignet
und wo man hinpinkelt, aber niemals, wie man sich anständig
benimmt.
Wenn man sie danach fragt, spielen die älteren, weiseren Hunde
immer die Unschuldigen und lehnen jede Verantwortung ab, aber ich
persönlich traue ihnen nicht. Sie können echt schlau sein
...
Eine der
einfachsten Angewohnheiten, die ein junger Retriever lernen kann,
ist das Winseln. Wenn ein Welpe sieht, wie ältere, ranghöhere
Hunde reagieren, wird er schnell lernen sich diesem Verhalten anzuschliessen.
Es ist eine Reflex-Reaktion.
Selten kann man ein Dutzend hungriger Hunde nach ihrem Futter winseln
und bellen hören, während ein Einzelner es in Ruhe aussitzt.
So etwas kommt schlichtweg nicht vor. Die Sorge aussen vor zu stehen
ist zu gross; er muss seine Ansprüche auf die Rudelzugehörigkeit
anmelden.
Deshalb, wenn Du Deinen Hund davon abhalten willst, unnötigen
Lärm zu machen, halte ihn von Hunden fern, die ihn machen.
Versuche auch Deinen Hund nicht sehen oder hören zu lassen,
wenn Du mit anderen Hunden arbeitest, während er im Auto ist
- Du lädst ihn damit ein, seinen Einspruch zum Ausdruck zu
bringen. Parke dort, wo er weder sehen noch hören kann, was
Du tust. Wenn er bellt, wenn Du ihn verlässt, kannst Du ihn
austricksen, indem Du Dich in der Nähe versteckst, Dich leise
zurückschleichst und ihn mit einer Rüge überraschst.
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Training:
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Falsches Training im Welpen-/Junghundealter
ist bei weitem die häufigste Ursache für das anhaltende
Winseln älterer Hunde. Es ist in Amerika zur allgemeinen Praxis
geworden, die Welpenausbildung von mit Markings zu beginnen. Erfahrene
und erfolgreiche AKC Field Trial Trainer mögen dem zustimmen,
weil es für ihre Art der Ausbildung keine Nachteile mit sich
bringen mag, aber für den Durchschnittshundeführer ist
es die Wurzel vieler Probleme.
Wenn Du einen ruhigen und gehorsamen Retriever willst, dann muss
dieser zuerst lernen, sich zu gedulden. Für einen Welpen aus
den richtigen Linien wird der "Apportier-Anteil" seiner
Erziehung einfach sein. Sobald feststeht, dass Dein Welpe den grundlegenden
Apportier-Willen hat, kann dieser Teil der Ausbildung zurückgestellt
werden, während er zunächst Selbst-Disziplin lernt.
In England, wo Standruhe bei Field Trials eine wesentliche Rolle
spielt, müssen junge Hunde zunächst lernen unter zunehmender
Ablenkung stundenlang ruhig sitzen zu bleiben und zu warten. Es
ist dort allgemein üblich, dass ein Ausbilder seinen jungen
Hund im Hof absetzt, während er aus einem Fenster der oberen
Stockwerke Tennisbälle als Verleitungen wirft. Sie lernen zu
warten, bevor sie aus dem Auto springen oder ihren Zwinger verlassen
dürfen, sie lernen andere Hunde, die arbeiten, zu ignorieren
und sie lernen ruhig in der Line zu sitzen, während erfahrenere
Hunde zum Apportieren geschickt werden. Aber vor allem lässt
man junge Hunde stets im Ungewissen darüber, was als Nächstes
passieren wird. Es ist die Erwartungshaltung, die die Unruhe in
Hunden verursacht und je länger sie darüber im Ungewissen
gelassen werden, was als Nächstes kommt, desto besser ist es.
Hüte Dich vor einer Trainingsroutine und wechsele Dein Vorgehen
regelmässig.
Das formale Training beginnt in der Regel zwischen dem vierten und
sechsten Lebensmonat und jegliche Aktivität, die dem Welpen
erlaubt ausser jegliche Kontrolle zu geraten, sollte strikt vermieden
werden.
Jungen Hunden ausgedehnte Zeiträume mit unbeaufsichtigten Freilaufen
zu gewähren, ist ein sicherer Weg hin zur Unsteadiness. Sollten
sie dabei entdecken, wie viel Freude es macht, Kaninchen, Eichhörnchen,
Rehen usw. nachzujagen, wirst Du ein grösseres Problem zu lösen
haben.
Wie zuvor erklärt, sollten die Umgangsformen Deines Welpen
im Alter von 12 Monaten untadelig sein. Er sollte kommen, wenn er
gerufen wird, er sollte ohne Rücksicht auf Ablenkungen sitzen
und bleiben; er sollte jederzeit perfekt bei Fuss gehen; er sollte
andere Hunde beim Arbeiten ignorieren; er sollte das Auto oder seinen
Zwinger nur verlassen, wenn er dazu aufgefordert wird und er sollte
niemals beim Arbeiten einen Ton von sich geben.
Wenn Du dies erreicht hast, dann hast Du eine exzellente Grundlage
geschaffen, auf die Du Dein weiteres Training stützen kannst,
aber nimm' Dich in Acht. Unzählige Markings sind der schnellste
Weg all Deine harte Arbeit zunichte zu machen. Werfe stattdessen
lieber ein Dummy vor Deinen Hund und gehe mit ihm bei Fuss in die
entgegengesetzte Richtung davon. Wenn du Dich etwas von dem Dummy
entfernt hast, drehe Dich um, warte einige Sekunden und schicke
ihn dann auf das Dummy zurück. Auf diese Weise bekommt er einen
Retrieve als Belohnung, während er gleichzeitig lernt sich
zu gedulden.
Während sein Vertrauen wächst, kannst Du die Entfernungen
vergrössern und später das Memory später in ein Blind
verwandeln. Wenn Du in Begleitung trainierst, kannst Du ihn auf
das gerade Mark auch erst schicken, nachdem die anderen Hunde gearbeitet
haben.
Solange er nicht einen bedeutenden Durchbruch im Training gemacht
hat, vermeide es, ihn während der Arbeit zu tätscheln,
dies fördert die Unruhe und ein selbstsicherer Hund wird es
als Zeichen einer Schwäche in Dir deuten.
Bewege Dich
ruhig und langsam um Deinen Hund und vermeide es ihn aufzuregen,
indem Du eine tiefe Stimmlage wählst. Es ist unmöglich
einen ruhigen Hund zu haben, wenn man schreiend um ihn herumspringt
und mit den Armen fuchtelt. Du wirst überrascht sein, wie ruhig
Dein Hund wird, wenn Du ihm ein Beispiel gibst.
Vor einigen Jahren hatte ich das Vergnügen einen erstaunlichen
Labrador beobachten zu dürfen, der einen bedeutenden Wettbewerb
gewann. Ich erinnerte mich daran, diese Hündin schon früher
gesehen zu haben und obwohl ihre Feldarbeit schon damals herausstechend
war, schied sie ein paar Mal wegen Winselns aus. "Wie hast
Du sie kuriert?" fragte ich ihren Hundeführer und Eigentümer.
"Ich langweilte sie zu Tode", antwortete er. Ich war neugierig
geworden und lud ihn später zu einem Pint und einer Plauderei
ins Pub ein. " Sie war offensichtlich sehr talentiert,"
erklärte mir der Mann. "Aber viel zu übereifrig.
So ging ich eine ganze Saison lang mit ihr drei Tage die Woche jagen
ohne ihr auch nur einen einzigen Retrieve zu geben. Schliesslich
langweilte sie sich, schaltete ab und vergass einfach zu winseln.
Als ich sie wieder auf Vögel einarbeitete, arbeitete sie vollkommen
still, aber selbst heute noch lasse ich sie im Training nicht immer
etwas apportieren."
Wie viele Eigentümer haben einen stilvoll arbeitenden und gehorsamen
zehn Monate alten Retriever nur um später festzustellen, dass
ihr Hund im Alter von drei Jahren vollkommen ausser Kontrolle geraten
ist? Die Gründe für diese Veränderung liegen meist
in ungenügender Unterordnungsarbeit des jungen Hundes und im
Arbeiten zu vieler Markings.
Viele amerikanische Field Trial Trainer sind der Meinung, dass zu
standruhige Hunde es an Trieb fehlen lassen (und für ihre Art
von Wettbewerben mag das auch stimmen), aber für den durchschnittlichen
Jäger ist dies nicht so. Sofern Du nicht mit SAM Geschossen
jagst, wird es sehr selten notwendig sein, Deinen Hund in Schallgeschwindigkeit
400 Yards hinausschicken zu müssen. Nach meiner Erfahrung erweisen
sich stille, standruhige Hunde als die besten Jagdgefährten,
weil sie ihre Nasen besser nutzen und seltener verloren gegangene
Stücke überlaufen.
Das Wunderbare an Retrievern ist ihre Bereitschaft zu gefallen und
unter der Voraussetzung, dass ihr frühes Training progressiv
und korrekt ist, gibt es keinen Grund, weshalb sie irgendjemandes
Jagd durch ihr Winseln verderben sollten.
Zuletzt sei angemerkt, dass die Geräusche und die Aufregung
bei der Wasserarbeit den Druck zu winseln zusätzlich erhöhen
und diese deshalb nur unternommen werden sollte, wenn der Hund während
der Arbeit an Land "rocksteady" und ruhig ist.
Fange am Ende eines erfolgreichen Trainings keinesfalls an als Belohnung
für Deinen Hund Dummies herumzuwerfen. Lass' lieber ein Dummy
fallen, entferne Dich mit Deinem Hund, drehe dich dann um, warte
und schicke ihn dann zurück. Er wird dabei denselben Spass
haben, aber nur einen Bruchteil an Aufregung. Du kannst dasselbe
bei der Wasserarbeit tun, indem Du das Dummy ins Wasser wirfst und
dann von der Wasserkante zurückweichst.
Da ich weiss, dass eine derartige "Untätigkeit" bei
Hundeführern, die danach süchtig sind unzählige Dummies
zu werfen, ernsthafte Entzugssymptome hervorrufen kann, entwarf
ich für sie ein T-Shirt mit dem Slogan: "Fun Dummies ...
Just say no!"
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| Vic Barlow |
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| "British Training
for American Retrievers" |
| Willow Creek Press |
ISBN 1572235977 |
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