News & Results Special Events Training mit Mike Mulch 01. + 02. Mai 2010
 

Training mit Mike Mulch (NL) am 01. & 02. Mai 2010

Die Puppies
Gesammelte Eindrücke von Steve Heilmann

  Mike ist der Ansicht, dass der Hund erst im Alter von über acht Monaten "reif" für das Apportiertraining ist.
Die Zeit davor dient dem Aufbau der Basics, insbesondere dem Aufbau der Bindung, der Gewöhnung an verschiedene Geländearten und der Fußarbeit.
Die Konzentrationsfähigkeit des so jungen Hundes schätzt er auf einen Zeitraum von 3 bis 5 Minuten. In dieser Zeit sollte jedoch mit vollster Konzentation und mit exakter Ausführung gearbeitet werden.
Dementsprechend zeigten wir (Anja, Doris und ich) unsere jungen Hunde immer nur sehr kurz.

So ließ sich Mike die Fußarbeit zeigen, bei der er sehr hohe Maßstäbe anlegt. Das Verabreichen kleiner nahrhafter Belohnungen in Richtung des Hundes während der Arbeit ("Leckerli") erachtet Mike - vorsichtig ausgedrückt - als suboptimal ("A brilliant impression but you spoiled it in one second…").

Später baute er - in Abwesenheit des Hundes - eine kleine Suche mit Tennisbällen in der Weise auf, dass er in einem optisch nach hinten und seitlich durch Wege begrenzten höheren Wiesenbewuchs mehrere Tennisbälle versteckte und diesen eng begrenzten Suchenbereich beschoss, damit der Hund sich auch am Pulvergeruch orientiert.

Man stellte sich dann in etwa fünf Meter vor dieses Gebiet, er warf mehrere Tennisbälle für den Hund sichtig hoch und der Hund durfte dann 2 bis 3 mal zur kleinen Suche geschickt werden.

 

 

In einer weiteren Übung zeigte er, wie er das Einweisen aufbaut:
1. Hund sieht in ca 5 m Entfernung ein geworfenes Dummy. Man entfernt sich in exakt gerader Linie entlang einer optischen Leitlinie (Weg, Zaun etc.) auf etwa 20m und schickt dann den Hund mit dem "Voranritual".
2. Hund bleibt sitzen und sieht zu, wie das Dummy vom HF an dieselbe Stelle ausgelegt wird. Für den Hund nicht sichtig wird ein zweites Dummy dazu gelegt, freilich nicht zu nahe an das andere Dummy, falls der Hund zum Tauschen neigt. Hund wird geschickt.
3. Nach Rückkehr des Hundes weitere 10m nach hinten gehen und den Hund dann für das letzte Dummy schicken.


Mike ist der Ansicht, dass es hier einer Vielzahl von Trainingswochen bedarf, bevor von diesem Aufbau abgewichen wird und der Hund eine ungefähre Vorstellung davon entwickelt, was "Voran" bedeutet".

Schließlich zeigte Mike noch seinen Aufbau für das "Rechts" und "Links", das er vor dem "Back" übt: Hund sitzt auf einem Weg. Eines wird nach rechts und eines nach links geworfen. Der Hund wird immer zu dem zuerst geworfenen Dummy geschickt. Das andere sollte etwas weiter weg geworfen werden, um es dem Hund leichter zu machen.

Als letzte Übung - und um die Balance zwischen Führigkeit und Selbständigkeit des Hundes zu erhalten - durften die jungen Hunde in eine Suche geschickt werden und zum Abschluss aus kurzer Entfernung (10m) eine Markierung arbeiten, die in sehr schwieriges Gelände (mannshoher Altholzhaufen) fiel. Wichtig war ihm hier lediglich das selbständige Arbeiten des Hundes, das in diesem Alter auf keinen Fall gestört werden sollte.

 

Die Youngsters oder

Mikes Retriever-Trainings-Welt
Gesammelte Eindrücke von Claudia Himmert & Sandra Eversberg


Der Hund ist ein einfaches Wesen, nein nicht dumm - in seiner Hundewelt jedoch bleibt er einfach gestrickt. Ebenso "einfach" dürfen auch die Übungen sein. Einfach und klar, "mache keine Hochrechnung aus Deinem Training, sondern bereite Deinen Erfolg sorgsam vor" und dies geht am besten, indem wir uns bereits vor der Übung überlegen, was wir überhaupt trainieren wollen.

Beispiel:
Mike baut das "Voran" (sprich das spätere Blind) für einen jungen Hund so einfach auf, dass dieser auf dem geradesten Weg ("lining") mit der höchstmöglichen Motivation schnell zum Erfolg kommt. Geht dabei wider Erwarten doch einmal etwas schief, dann teilen wir das unserem Hund nicht mittels Geschrei oder großem Brimborium mit, sondern wir denken über den Fehler nach und bauen die Übung - eventuell an einem anderen Ort - neu auf. Und dabei vergessen wir keinesfalls aus welchem Grund diese Übung beim ersten Mal nicht erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

Das heißt in erster Linie:
Mitdenken und den Hund beobachten! Mike lässt die Hunde keine Sekunde aus den Augen. Mag es auch so aussehen, als wäre er mit den Gedanken woanders, bleibt doch immer ein Auge auf dem Hund. Ja, man könnte ihn eine Art "Kontroll-Freak" nennen, doch nur auf diese Weise ist es seiner Meinung nach möglich bereits VOR einem möglichen Fehlverhalten des Hundes zu reagieren und ihn ruhig zu korrigieren.




Das dauernde Reden mit dem Hund ist ebenso wie das dauernde "Betatschen", das man sich manchmal unbewusst angewöhnt, völlig überflüssig und für die Kommunikation mit dem Hund wenig hilfreich. Erstens wird der Hund in seinem Tun (egal, ob erwünscht oder nicht) permanent bestätigt und zweitens geht dabei jegliche Konzentration auf das Wesentliche - von Hund und Führer! - verloren.

Einer der prägenden Aussprüche des Wochenendes war deshalb der Satz "Attention for nothing!" (Aufmerksamkeit für nichts). Hund und Führer brauchen ihre ganze Aufmerksamkeit für die zu lösende Aufgab. Deshalb sollte der Hund lernen bei seinem Führer zu bleiben, ohne das er eine ständige Bestätigung dafür bekommt. Aus diesem Grund empfiehlt Mike beim Fußgehen beispielsweise die Hände nach dem Losgehen in die Taschen zu stecken. Dabei ist ihm ein perfektes Heelwork über zwei, drei Meter wesentlich wichtiger, als ein endloses Korrigieren über eine längere Strecke.



Im übrigen hält Mike das Training für junge Hunde eher kurz und vor alllem dem Entwicklungsstand angemessen. Was er keinesfalls will ist, dass sich vermeidbare Fehler einschleichen, die anschließend wieder korrigiert werden müssen. Deshalb empfiehlt er immer auf den Hund zu achten und stets abzuwägen, ob er kopfmässig in der Lage ist, die gestellte Aufgabe zu leisten.

Gerade bei jungen Hunden ist es ihm ein großes Anliegen die "Steadiness" oder besser gesagt die Wartebereitschaft der Hunde (der Retriever arbeitet ja bekanntlich nach dem Schuss und das kann manchmal länger dauern) zu fördern und zu trainieren. Aber auch hierbei gilt: Ist der Hund geistig wirklich schon so weit dies auch leisten zu können?

So durften wir unsere manchmal doch eher hektischen Trainingseinheiten an diesem Wochenende wieder einmal überdenken und lernen, dass mehr Ruhe und Geduld einfach der sicherere und bessere Weg ist. Und wenn die Basis stimmt, dann ist auch der Rest machbar, ganz gleich wo unsere Ziele liegen.

Grandios! Klasse! Ein tolles Training!
Danke an Mike, an die D's und die komplette "Gunsight's Family" !
Wir waren gerne wieder mit dabei!

Die Kombination von "Voran" und "Mark"
Eindrücke von Edith Vetter

Wie immer bei Mike werden alle Einzelteile (das "Voran" und die Markierung) zunächst einzeln aufgebaut. Also legten wir - mit den Hunden im Gänsemarsch - zuerst Dummies auf einem Weg aus und marschierten dann wie die Gänse wieder zum Ansatzpunkt zurück. Anschließend schickte jeder Führer seinen Hund einmal, bevor wir erneut Dummies an der gleichen Stelle auslegten.

Danach "walkten" wir, natürlich wieder einer nach dem anderen, im 45° Winkel von der Ansatzstelle weg in Richtung der Stelle, an der später die Markierung fallen sollte. Die Hunde sollten genau den Fallbereich kennen. Auf der Linie lag ein kleines Gebiet mit Brennesseln, dass die Hunde möglichst nicht umgehen sollten. Deshalb liefen wir schon auf dem ersten Weg geradewegs durch die - nicht sonderlich beliebten - Brennesseln. "Brennessel-vermeider" hatten dabei das Nachsehen, denn sie wurden direkt aus den Brennesseln heraus auf die Markierung geschickt und mussten das Dummy auch dort wieder abgeben. Anschließend verlängerten wir die Entfernung zur Fallstelle und jeder Hund arbeitete - selbstverständlich wieder durch die Nesseln - nochmals die Markierung. Die Entfernung wurde schließlich soweit verlängert, bis sich die Linie des zuvor aufgebauten "Memory-Blinds" und die Linie der Markierung schnitten. Dann wurden die beiden einzeln aufgebauten Elemente miteinander verknüpft und nachdem zunächst eine Markierung an die bekannte Fallstelle geworfen worden war, sollten wir - je nach Ausbildungsstand - zuerst auf das "Memory-Blind" schicken und danach die Markierung arbeiten oder umgekehrt. Wichtig war, dass die Aufgabe so klar aufgebaut wurde, dass Fehler möglichst ausgeschlossen waren!!!

 

Training mit Mike im Allgemeinen und

der Aufbau des Linings über ein Fließgewässer im Besonderen
Gesammmelte Eindrücke von Birgit Drebenstedt

Wie erwartet, war es wieder einmal ein rundrum gelungenes Wochenende.

Unser aller Lieblingsgastronom in Lenkersheim kümmerte sich vorzüglich um unser leibliches Wohl, Frau Kreiselmeyer verteilte dieses Mal ganze Zimmer und nicht nur einzelne Betten und selbst das Wetter erwies sich als besser als angesagt.

Selbst unser jüngster Teilnehmer Hannes hatte ein lehrreiches Wochenende. Er übte sich im Stehen und Gehen, sowie im Sortieren Obstkorbes und im Lutschen von Brezen. Er verhielt sich unglaublich ruhig beim Lieblingsgastronomen und spielte tagsüber unermüdlich mit raschelnden, natürlich geschlossenen Süßigkeitentüten. Geschlossen? Selbstverständlich, denn Frau Dr. Lisa H. unmittelbar nach der Geburt ausgehändigte medizinische Abhandlung hatte ebenso, wie ihr aktueller Vortrag über das Zuckergedächtnis einen bleibenden Eindruck bei allen Beteiligten hinterlassen.

 

Nun aber zum weiteren Aufbau des Linings:

Am Sonntag steigerten wir unser Liningtraining und bauten die Aisch mit ein. Das Fließgewässer ist einige Meter breit und kann daher nur durchschwommen werden. Mike suchte netterweise einen günstigen Startpunkt aus, der es zumindest den Hundeführern ermöglichte, trockenen Fusses über das Flüsschen zu kommen. Wichtig war, wie auch bei den Arbeiten an Land, dass die gewünschte Linie zunächst zusammen mit dem Hund gegangen und die Dummys auch gemeinsam auslegt wurden. Unsere Dreiergruppe ging vom Startpunkt auf einem Weg eine kleine Böschung hinunter über die Wiese bis ans Ufer, und setzte dort die Hunde ab. Die Hundeführer durften anschließend über die nahe gelegene Eisenbahnbrücke gehen.


  Danach stellten wir uns an das gegenüberliegende Ufer und riefen einzeln unsere Hunde ab. Auf diese Weise hatten die Hunde das Gewässer schon einmal durchschwommen. Dann gingen wir in gerader Verlängerung zum Startpunkt weiter über die angrenzende Wiese und legten in einiger Entfernung zum Ufer die Dummys aus. Nun ging alles wieder Retour, wobei wir die Hunde wieder am Uferrand absetzten, während wir selbst die Brücke benutzten und die Hunde nochmals vom gegenüberliegenden Ufer abriefen.
Je nach Leistungsstand der Hunde wurde nun die Entfernung festgelegt, aus der der Hund geschickt wurde. Während wir beim ersten Mal noch von der Wiese aus schickten, bauten wir später die Böschung und den Weg als optische Hindernisse mit ein. Klappte die Übung nicht wurde die Entfernung wieder verkürzt. Mike legte großen Wert darauf, dass der Hund nicht an der Wasserkante fragt oder ein Kommando zur Bestätigung hinterher gerufen wird. Beim Aufbau des Trainings sollte immer darauf geachtet werden, dass es für den Hund stets klar und verständlich bleibt.

Durch den perfekten Aufbau und individueller Betreuung durch Mike, haben alle Gespanne diesen Trainingsteil positiv abgeschlossen.

Es hat wieder viel Spaß mit Euch gemacht, ich freue mich schon auf unser nächstes Treffen!

Birgit Drebenstedt mit Gunsight´s Dotted Clay


 


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