News & Results Special Events Training mit Mike Mulch 22.+23.August 2009
 

Training mit Mike Mulch (NL)

am 22./ 23. August 2009

 

Fussarbeit
Aufbau
"Kleine Suche"
Aufbau
"Lining"

Aufbau
"Marking"

Aufbau
Wasserarbeit

 

Fussarbeit oder doch eher "dogdancing"?

Fussarbeit oder generell das Zusammenspiel mit dem Hund bedeutet für Mike, dass HF und Hund sich in ständigem Kontakt befinden. Geführt wird der Hund dabei hauptsächlich über die Körpersprache des HF. Der Hund soll auf die Aktionen des HF reagieren und nicht umgekehrt! Dazu muss er ihn stets gut beobachten, um z. B. durch Richtungs - oder Geschwindigkeitswechsel vorausschauend agieren zu können, d. h. BEVOR der Kontakt abreisst und der Hund z.B. anfängt am Boden zu schnüffeln. Zeigt der Hund beim langsamen Gehen eine Tendenz nach vorne, bewegt sich der HF tendenziell eher rückwärts. Dabei reichen kleine Bewegungen und anfänglich ein 2 oder 3 Meter voll konzentriertes Fussgehen vollkommen aus. Verhält der Hund sich korrekt, wird vorsichtig gelobt.
Ist Beute mit im Spiel darf der Hund nur dann apportieren, wenn er VÖLLIG exakt am Fuss gelaufen ist UND STÄNDIG mit dem Führer im Kontakt war.

"Never ever send your dog when he is not exactly at heel and in contact with his handler! And: Keep the standard high!"

Edith Vetter
mit "Gunsight's Craignish" & "Gunsight's Dark Tussock"

 

 

Aufbau "Kleine Suche"

Vorbereitung
Als Suchen-Gelände bzw. -Punkt wurde ein kleines, nach allen Seiten optisch klar abgegrenztes Stück Raugras (ca. 2,5 m x 1,5 m) ausgewählt. Vor Beginn wurden darin vier Welpen-Dummies offen, d.h. leicht auffindbar, ausgelegt.

Durchführung
Der Hund wird zunächst für den Suchen-Punkt interessiert
Der HF geht mit seinem Hund aus einer Entfernung von 3m (= Startpunkt) bis zur Grenze des Suchen-Geländes vor und setzt ihn dort ab*. Dann betritt er das Gelände und legt für den Hund deutlich sichtbar ein Dummy aus. Anschliessend geht* er zum Hund und mit diesem zum Startpunkt zurück.
Der Hund wird in den Bereich geschickt und "sucht" dort
Der Hund wird mit dem Kommando "Voran" und der entsprechenden"Einweise-Körperhaltung" ins Suchengelände geschickt*. Dabei wird nicht schon das Suchen ansich, sondern erst das konkrete Aufnehmen* des sichtig ausgelegten Dummys, vom entsprechenden Such-Signal bestätigt**.
Nach dem Ausgeben* verbleibt der Hund am Startpunkt, während der HF erneut ins Suchengelände geht und das Auslegen eines weiteren Dummys "simuliert". Anschliesend schickt er den Hund erneut, wobei er wieder nur das konkrete Aufnehmen eines Dummys mit dem Suchensignal bestätigt.

Zu den Trainingsgrundsätzen
* die Basics müssen vorher stimmen, ansonsten: "Back in the garden!" (O-ton Mike)
** nur durch die Bestätigung des gewünschten Vorgangs kann entsprechend konditioniert werden und erst nach der entsprechenden Verknüpfung kann die Bestätigung zum Kommando umfunktioniert werden.

Das weitere Vorgehen
Zur langsamen Steigerung des Schwierigkeitsgrades sollten zunächst keine größeren Distanzen gewählt, sondern lediglich die Anzahl der Dummys reduziert und/oder diese schwerer (unter dem Bewuchs) platziert werden.
Nach Aussage von Mike dauert es Wochen bis der Hund das entsprechende Suchensignal tatsächlich allgemein mit der kleinen Suche verknüpft hat und nicht mit dem Trainingspunkt selbst. Aus diesem Grund sollten nach anfänglich häufigem Nutzen des ursprünglichen Trainingspunktes, weitere wie beschrieben aufgebaut werden.

Trainingsziel
Ziel ist es, nach dem Einweisen auf einen Geländepunkt einen intensiven Such-Vorgang nach dem Prinzip des Warm/ Kalt-Spiels auszulösen und den Hund dadurch an diesem Punkt zu halten.

Wichtig!!!
Vor Trainingsbeginn immer ein klares Trainingsziel formulieren, wie z.B. Kleine Suche, Lining, etc. Fehler, die nicht unmittelbar mit diesem Ziel im Zusammenhang stehen (z.B. das nicht ordnungsgemässe Ausgeben des Dummys beim Training der kleinen Suche) sollten an dieser Stelle ignoriert und in einem getrennten Training mit entsprechendem Trainingsziel korrigiert werden. Bei Fehlern, die konkret mit dem Hauptziel in Verbindung stehen, wie z.B. das Blockieren des Hundes, sollte der HF die Situation zunächst auflockern, indem er eine Runde geht und den Hund anschliessend von einem anderen (näheren) Punkt schickt.

Goldene Regel: Hat der Hund den Auftrag augenscheinlich nicht verstanden, leichter machen!

Jörg Mente mit "Gunsight's Brown Linnet" und "Gunsight's Dash"

 

Aufbau "Marking" - oder "Marks at its best!"

Wir haben an jenem Wochenende wirklich viel mit Mike besprochen und es gab wohl keine Frage, die wir uns nicht zu stellen getraut hätten. Doch trotz der vielen "Allgemeinfragen" (die Dummyarbeit wird schliesslich nicht mehr neu erfunden ...) bekam jeder individuelle Tipps. Dabei beginnt Mike mit seinen Tipps nicht erst dort, "wo der Hund buchstäblich schon in den Brunnen gefallen ist" (sprich der Fehler bereits passiert ist), sondern er bespricht von Anfang an, was er sieht und darüber denkt. Grossartig ist dabei, dass er sich die Stärken und Schwächen der einzelnen Teams merkt und so oft vorher schon weiss, bei welcher Aufgabe welcher Hund oder welcher Führer Probleme haben wird, wo also im Detail die persönliche "Challenge" für jedes Team liegt.
Eine Frage, die mich schon seit langem interessierte war, ob und wie ich mit meinem Hund sinnvoll das Markieren üben kann. Handelt es sich hierbei tatsächlich in erster Linie um eine Frage des "natural good markers" oder eher um den Erfahrungsstand des Hundes? Ich stellte die Frage, während Mike gerade den Aufbau des perfekten"Linings" erklärte. Mir erschien es einfach der ideale Zeitpunkt, nachdem er gerade die Aussage in den Raum gestellt hatte, dass sich ein 10m Blind im Prinzip nicht von einem 100m Blind unterscheiden würde... für mich unterschied es sich hingegen in einer Differenz von extrem weiten 90m und der Frage, ob mein Hund eine Chance hätte, je dort anzukommen ... Nun, nach seinem Aufbau würde er sicher dort ankommen, so die Antwort.
Nun aber, wie übe ich das Markieren? Here we go, Mikes Erklärung und Aufbau: Ich stelle mich an die Stelle, an der das Marking - sprich das geworfene Dummy - landen wird. Mein Hund sieht die Stelle und er sieht wie der Werfer das Dummy mit einem "maaaark", "brrrrt" oder Schuss dorthin wirft. Von dieser nahen Position aus, kann er sich nicht nur ein Bild von dem Gelände machen, in das er später soll, sondern er sieht auch den Abstand des Werfers zu dem gefallenen Dummy. Anschliessend drehe ich mich um und gehe in die Richtung weg, von der aus ich meinen Hund später schicken werde. Ich entferne mich dabei in einer gerade Linie, die genau derjenigen entspricht, auf der der Hund später auf das Dummy zulaufen soll. Die Entfernung orientiert sich am Leistungsstand meines Hundes. Am Startpunkt angekommen, drehe ich mich um und warte ich auf das von einem weiteren"mark", "bbrrrrt" oder einen Schuss begleitete, geworfene Dummy, das genau in den vorher besichtigten Bereich fällt. Da das Ziel ist, dass der Hund schnell rausgeht, schnell findet und schnell zurückkommt, hat der Helfer während meines Abrückens zusätzlich noch zwei bis drei Dummys in dem entsprechenden Bereich ausgelegt. Hat die Markierung gut geklappt, ist das Training an dieser Stelle beendet. Nein, wir wechseln jetzt nicht den Standpunkt nach links oder rechts und nein, es wird auch nicht noch weiter Distanz aufgebaut. Diese Übung ist tatsächlich mit diesem einem Apport beendet ;o)! Wollte man noch eine weitere Markierungsübung machen, dann würde man nun an einer anderen Stelle mit genau demselben Aufbau und Ablauf beginnen. Natürlich immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, wie gut der einzelne Hund das Arbeiten von Markierungen verkraften kann ... Ihr kennt sicherlich die Gedanken dazu ;o)
Cool finde ich diesen Übungsaufbau besonders im schweren Gelände oder wenn der Hund die Flugbahn des Dummys nur teilweise verfolgen kann - dann gefällt mir vor allem der Gedanke sehr gut, dass er trotzdem im Bereich ankommt und schnell findet.

Claudia Himmert mit "Gunsight's Carron"

 

Aufbau "Lining"

Beim Aufbau des "Linings" sollten immer mehrere Dummys am "Endpunkt" ausgelegt werden. Da das Ziel das schnelle Rausgehen auf einer geraden Linie ist, sollten wir den Hund nicht nur zum Auslegen mitnehmen, sondern die Dummys auch so offen platzieren, dass am Ende der gewünschten geraden Linie ein schneller Erfolg gewährleistet ist. Wichtig ist ferner, dass wir uns nach dem Auslegen in EXAKT gerader Linie vom entsprechenden Gebiet entfernen. Sobald der Hund nach dem Voranschicken das Suchengebiet erreicht, wird das zuvor etablierte Suchensignal (s.o.) gegeben. Anschliessend können in EXAKT entgegengesetzter Richtung - wieder in Begleitung des Hundes - weitere Dummys ausgelegt werden. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass sich das Gebiet A, der Startpunkt und Gebiet B auf einer absolut geraden Linie befinden!! Der Hund niemals schräg geschickt werden und man sollte beim Auslegen der Dummys auch niemals schräg auf das Gebiet zugehen! Arbeiten mehrere Hunde, kann im Wechsel nach A oder B geschickt werden.
Um die "Einweisegeste" zu ritualisieren, sollte die entsprechende Körperhaltung und das Kommando schon beim Schicken des Hundes auf geringste Entfernungen (z. B. beim Aufbau der "kleine Suche") eingesetzt werden. Auf diese Weise kann das dort verwendete Suchengebiet später auch zum Aufbau grösserer Distanzen für das "Lining" genutzt werden.

 

Auch beim "Lining" spielt die Körpersprache des HF eine entscheidende Rolle. Es liegt in der Hand des HF dem Hund die nötige Sicherheit beim Voran mit auf den Weg zu geben!

Edith Vetter mit "Gunsight's Craignish" & "Gunsight's Dark Tussock"


 

Aufbau Wasserarbeit

Grundsätzliche Gedanken in Stichpunkten
Bei der Wasserarbeit sollte zunächst jeder Hund einzeln trainiert werden, da die Wahrscheinlichkeit, dass am Wasser das "Whining" aufkommt bzw. gelernt wird am höchsten ist.
Laut Mike müssen alle Komponenten der jeweiligen Arbeit zunächst ausserhalb des Wassers gut gelingen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Hund außerhalb des Einflussbereiches des HF (z. B. auf der anderen Seite des Wassers), Fehler macht und diese kultiviert. Aus diesem Grund bietet es sich auch an, anfangs mit einem Helfer am anderen Ufer zu arbeiten.
Der Wasserein- bzw. -ausstieg sollte anfangs so einfach gewählt werden, dass der Hund nicht in die Verlegenheit kommt, sich einen "bequemeren" Weg zu suchen.
Da das Apportieren aus dem Wasser relativ einfach ist, sollte besser von Anfang an "übers" Wasser gearbeitet werden. Auf diese Weise lernt der Hund sowohl das Überqueren einer offenen Wasserfläche, als auch den Wiedereinstieg ins Wasser mit Dummy.
Der Wasserarbeit können Gehorsams-Übungen, z. B. in Form von Heelwork, vorgeschaltet werden. Dazu leint der HF seinen Hund in einiger Entfernung mit Blick zum Wasser ab und geht mit ihm frei bei Fuss bis ca. 2 Meter vor den Wassereinstieg. Er sollte während der Fussarbeit möglichst wenig verbale Kommandos verwenden und den Hund statt dessen mithilfe seiner Körpersprache führen (s.o.). Am Ufer angekommen, bleibt der HF stehen (Hund sitzt), während der Helfer ein Dummy ans andere Ufer wirft (je nach Trainingsstand mit Geräusch oder Schuss).



Um die Erwartungshaltung des Hundes niedrig zu halten, können der Wasserarbeit auch andere "Land-Arbeiten" vorgeschaltet werden. Beispiel: Sobald das Dummy am anderen Ufer liegt, dreht sich der HF mit seinem Hund um, entfernt sich frei bei Fuss gehend ca. 10m von der Wasserkante und legt dort ein Dummy aus. Anschliessend geht das Gespann wieder frei bei Fuss zurück zum Wasser. Dort angekommen, dreht sich der HF erneut vom Wasser weg und schickt seinen Hund zunächst auf das am Land auslegte Dummy, bevor er ihn den Wasser-Apport arbeiten lässt.
Nachdem das Dummy am anderen Ufer gelandet ist, sollte der HF stets noch kurze Zeit warten, bevor er seinen Hund zum Apportieren schickt. Ist der Hund auf der gegenüberliegenden Seite und im Bereich des Dummys angekommen, sollte der HF das zuvor etablierte Suchen-Signal (s.o.) geben. Sobald der Hund das Dummy aufgenommen hat, sollte er ihn mit Doppelpfiff zum Zurückkommen auffordern.
Landet der Hund an, kann der HF ihn durch Locken, Rückwärtsgehen oder auch Weglaufen zu sich "ziehen", um das Schütteln oder Fallenlassen des Dummys vor der Abgabe zu vermeiden. Sobald er kommt, wieder ein paar Schritte auf den Hund zugehen und entweder aus dem Stand oder dem Sitzen ausgeben lassen. Anschliessend zum Schütteln auffordern.
Springt der Hund ein oder das Zurückkommen bzw. die Abgabe klappen nicht, dann "back in the garden" und die Basics trainieren!

Heike Schlesinger mit "Gunsight's Damon"


 

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