News & Results Special Events Trainingstage mit Fons Exelmans
 

15. - 17. April 2006: Ostern mit Fons Exelmans (B)

 

Am Osterwochenende 2006 trafen sich der komplette Gunsight's B- & C-Wurf sowie einige "special friends" zu einem dreitägigen Trainingsseminar mit Fons Exelmans im Revier Ochsenberg, welches uns wieder einmal mehr großzügig von Lord J.M. Ente zur Verfügung gestellt wurde. Besonders die beheizbare Jagdhütte fand wegen der wechselnden Witterungsverhältnisse grossen Anklang und aufgrund des reichhaltigen, exquisiten Proviants hätte uns selbst ein plötzlicher Wintereinbruch zunächst einmal nichts anhaben können!

Anja hatte die Teilnehmer in zwei Gruppen - "Puppies" und "Youngsters" - eingeteilt. Der Samstagund Sonntagvormittag war für die "Puppies" reserviert, während die "Youngsters" an beiden Nachmittagen, sowie am Montag zum Zuge kommen sollten. Im Sinne eines vernünftigen Aufbaus schlossen die "Puppies" dann mit ein bis- zwei kleineren Trainingssequenzen die Arbeitstage am frühen Abend ab.


Silvia & June, Rolf & Creedy, Lisa & Carra, Claudia & Carron, Karin & Corvin, Claudia & Clark, Edith & Craignish

Nachfolgend zwei Berichte über ein ereignisreiches, verlängertes Wochenende.

"Führen heißt nicht hoffen!"  

Ein kleiner Bericht von Corina Nickel ("Nur-Zuschauerin" und "Nicht-Hundeführerin")
... und doch stirbt die Hoffnung ja bekanntermassen zuletzt ... Die Gruppe der "Puppies" bestehend aus Craignish, Carron, Clark, Corvin, June (geborene Cassley), Carra und Creedy sowie einem "annektierten, älteren "A's" namens "Neo" aus dem äussersten Norden NRWs - nachfolgend nur noch kurz die "C's" genannt - sollte in das Kleine Einmaleins eines sinnvollen Retrievertrainings eingeführt werden. Es wurde sehr rasch deutlich, dass die knapp 12 Monate alten "Puppies" sich in ihrer Reifeentwicklung noch sehr unterschieden. Sowohl in der Körperlichkeit, als auch in der mentalen Entwicklung zeigten sich grosse Unterschiede, so dass Fons individuell auf die einzelnen Hunde und Führer eingehen musste.

Einleitend betonte er, dass die Fussarbeit die Basis allen Arbeitens darstellt.
Ziel sollte der ruhige, verlässliche Jagdbegleiter sein, der die Aufmerksamkeit seines Führers möglichst wenig in Anspruch nimmt, bis er schliesslich zum Apportieren geschickt wird.

Der Hund muss beim Fussgehen nach dem Motto:

ohne Leine = Training
mit Leine = es passiert im Moment nichts


.. immer auf den Hundeführer (HF) konzentriert sein. Um die Konzentration des Hundes zu erhalten, sollte das Fussgehen jedoch nie separat, sondern immer als Mittel zum Zweck und in Verbindung mit Dummies trainiert werden. Wichtig sind dabei für den Hund zwei Verknüpfungen:

wenn ich sitze und der Führer steht in der Nähe, passiert nichts!
wenn ich ohne Leine bei Fuß gehe, erwartet mich immer irgendwann und irgendwo ein Dummy!

Um die Erwartungshaltung niedrig und die Konzentration hoch zu halten legt Fons immer mehrere Dummys aus, die nacheinander vom HF kurz angelaufen werden.

Der HF bestimmt dabei immer (!), welches Dummy letztlich geholt wird. Wichtig für die Sicherheit des Hundes ist dabei, dass anfangs nur an wenigen unterschiedlichen Fall-/ bzw. Memorystellen gearbeitet wird.

Fons O-Ton: "Ein Hund hat eigentlich ein sehr einfaches Leben. Er muss nur tun, was sein HF sagt".

 

Anschliessend zeigte Fons dann einige Übungen zum Aufbau von Memories und Markierungen, sowie zum Aufbau des "Back"-Schickens. Ziel für den jungen Hund ist dabei, den Pfiff mit der Hand (und der langsamen Bewegung derselben) des HF zu verknüpfen und immer nur auf das Kommando des Hundeführers hin zu reagieren. Eigentlich ganz doch logisch und ganz easy, oder?

Zumindest in der Theorie ...
Nach einer längeren Pause, während der die "Young-sters" arbeiteten, gab es für die "Puppies" am Abend noch eine kleine Lektion in Sachen "Zaun", "Kleine Suche" und Memories, die abschliessend von einem kleinen "Walk Up" gekrönt wurde, der alle drei Elemente in sich vereinte.

Am zweiten Tag führte Fons die "C's" an den Neben-armen der Brenz in die Geheimnisse der Wasserarbeit ein. Er erklärte, dass es sehr wichtig sei, am Anfang immer allein am Wasser zu trainieren, denn 90% allen Winselns entstünde am Wasser.
Es gibt kein Spielen am oder im Wasser. Wasser heisst für den Hund immer bei Fussgehen und arbeiten. Weiterhin ist es wichtig, dass immer eine Kombination aus Land-Wasser-Land-Arbeiten trainiert wird, denn der Hund soll lernen, dass er nach dem Wasserausstieg noch weiter an Land arbeiten muss (und dabei evtl. auch noch grössere Entfernungen nach dem Wasserausstieg zurücklegen muss). Der Hund kann ruhig vorsichtig ins Wasser einsteigen, soll aber stets den direkten Weg nehmen.


Das Auf- und Ablaufen vor dem Wassereinstieg soll schon im Ansatz unterbunden werden, indem der Führer im Falle des Falles mit zum Uferrand geht und den Hund ermuntert das Wasser an der entsprechenden Stelle direkt anzunehmen. Das Gleiche gilt in umgekehrter Weise für das Schütteln bzw. Fallenlassen des Dummies nach dem Wasserausstieg. Wenn etwas schief geht, soll der Hund nicht mit der Pfeife korrigiert werden, sondern immer nur mit der Stimme. Die Pfeife soll nur positiv verknüpft werden.  

Fons machte dann diverse Übungen zum Aufbau der Wasserarbeit. Es zeigte sich, dass etliche "C's" noch keine grosse Erfahrung am Wasser hatten und deshalb unsicher waren. Dabei spielte sicher auch die Wasser-temperatur der Brenz, die das ganze Jahr über immer ca. 7°C beträgt eine Rolle.

Lisa demonstrierte Carra recht eindeutig, wie sie sich die Aufgabe vorstellt, indem sie mit ihr zusammen ins Wasser ging und bis zu den Oberschenkeln im Flussbett versank.
Angesichts der Temperaturen wirklich ein beachtlicher, aber sicher auch lohnender Körpereinsatz, um nicht zu sagen eine Investition in die Zukunft!


Die "C's" und ihre HF hatten an beiden Tagen ausreichend lange Pausen, um sich von all den neuen Erfahrungen & Tipps zu erholen und sich mit den Besitzern der Wurfgeschwister auszutauschen.

Die restliche Zeit nutzten wir sinnvoll, um den "B's" zuzuschauen, die mit ihren 2 1/2 Jahren auf gutem Fortgeschrittenen- bis Open-Niveau trainierten. Wir waren wirklich schwer beeindruckt!

Es war ein sehr schönes und lehrreiches Wochenende mit hervorragender Stimmung wie allein schon die "Laola-Wasserwelle" als Anerkennung für gelungene Wasserarbeiten beweist.

Wir hoffen auf eine Wiederholung in absehbarer Zeit!!

Anja und Harald, ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle für dieses Erlebnis!!

Ostern mit Familie & Fons Exelmans
Ein Bericht von Bianca Willems-Hansch

Ostern 2006 - wir hatten uns schon lange auf das grosse Treffen der "Gunsight's - Familie" gefreut, mit der "Taufe" der "C´s" und "Konfirmation" der "B´s" durch Fons. Und tatsächlich: von bisher insgesamt achtzehn "Gunsight's" waren fünfzehn gekommen!!!!
Die Aufregung, die sich bei den "C´s" im Vorfeld dieses Treffens eingestellt hatte, konnten wir gut nach-empfinden, ist es uns doch vor unserem ersten Treffen mit Fons, samt kritischer Leistungsüberprüfung durch eine stets besorgte und sehr bemühte Anja, nicht anders ergangen. Dass wir "B´s" nun aber "unseren" Fons teilen sollten, hatten wir zunächst natürlich mit etwas Distanz gesehen - jedoch völlig grundlos, wie sich herausstellen sollte. Denn das Basistraining war auch für uns als Zuschauer eine absolute Bereicherung, denn jedem von uns wurde nicht nur Fons' konsequentes, am Endziel ausgerichtetes Training wieder ins Gedächtnis gerufen, sondern wir konnten auch wieder einige neue Trainingsideen für die Zukunft mitnehmen.

Das Training der "B's"
 

Hätte ich zu Beginn geahnt, welche Aufgaben am Ende der ersten beiden Trainingseinheiten gelöst werden soll-ten, so hätte ich es für uns beide - Bi & Bo - für unmöglich gehalten.

Fons hat uns aber wieder einmal zum Ziel geführt, indem er uns eindringlich vor Augen führte, wie elementar der saubere Aufbau einer Aufgabe ist.
Zentral war in dieser Trainingseinheit den "kritischen Punkt" zu finden, an dem beim Arbeiten weiterer Distanzen ein Handling als wahrscheinlich erscheint und um dann von diesem Punkt ausgehend, das Training sinnvoll auf-zubauen.

Dabei spielten natürlich vor allem Geländeübergänge, wie Forstwege, Kreuzungen, Vegetationsübergänge, Zäune u.ä. eine wesentliche Rolle.


So wurde z. B. zunächst von einer diagonal zu überquerenden Wegkreuzung aus, "back" auf ein Memory geschickt oder erst eine kurze Markierung über den Zaun gearbeitet, um die Laufrichtung des Hundes auf dem Hin- und Rückweg sauber einzuarbeiten, bevor Markierungen bzw. Memories auf grössere Distanzen fielen.

Anschliessend wurde die Anzahl der Memory-Fallstellen von drei auf sieben erhöht, wodurch sich zum Teil auch sehr enge Winkel ergaben. Da alle Hunde die jeweils zugewiesenen Retrieves in der Folge sauber arbeiteten, wurde gut sichtbar, dass eine solch durchdachte Vorgehensweise beim Training Hundeführer und Hund "fast" alle Möglichkeiten eröffnen kann.
Mein persönlicher "Wehmutstropfen" während des Trainings war allerdings, dass ich mir an manchen Stellen etwas mehr konstruktive Kritik an meinem Handling gewünscht hätte - egal von wem, denn wir sind ja unter uns!

An unserem dritten Trainingstag stand Wasserarbeit bzw. Wasser als zu überwindende optische Grenze auf dem Programm. Schon beim Einstieg teilte sich die Gruppe der Hunde in Kamikaze-Typen und vernünftige Hunde. Ein Highlight bot uns dabei Keena, die es doch tatsächlich schaffte, den ca. 6m breiten Brenznebenarm mit einem Riesensprung zu überwinden, ohne auch nur einen Tropfen Wasser abzubekommen. Allerdings war sie zugegebenermassen zuvor mit Steffi's geheimer "Flug-Paste" gedopt worden ...

Zuerst hatten die Hunde das Wasserhindernis auf dem Hin- und Rückweg direkt zu überqueren und danach be-gab man sich auf Distanz und veränderte die Arbeitswinkel. Das hier zu trainierende Handling war schon ganz schön anspruchsvoll, doch alle Hunde meisterten ihre Aufgaben.

Für den Nachmittag hatte Fons einen Dummy Trial mit offener Bewertung geplant. Im Anschluß an ein grosses Treiben mit einer beachtlichen Strecke, wurden einige in Nähe liegenden Stücke mit der Hand aufgelesen, bevor Fons' die Hunde ganz "trial-mässig" die unterschiedlichsten Retrieves arbeiten liess.

Es war wirklich schön, diese drei Tage erleben zu dürfen und ein bisschen hatte man das Gefühl, dass man nicht mehr nur in der Familie der Hunde weilte, sondern das auch die Menschen etwas mehr zu-sammengerückt sind.

 

 

Impressum  Sitemap