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Entwicklung der Field
Trials Teil II: 1918 bis 1939
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Im ersten Jahr nach Beendigung
der Feindseligkeiten 1918, wurden nur sehr wenige Field Trials abgehalten.
Der neu gegründete LRC konnte jedoch durch die Grosszügigkeit
eines seiner Vorstandsmitglieder, dem Earl of Lonsdale, ein Field
Trial in Lowther (Westmoorland) abhalten. Diejenigen Enthusiasten,
die die Reise in den Norden auf sich nahmen, fanden vor Ort so schlechtes
Wetter vor, dass der Trial zunächst nicht beginnen konnte. Es
herrschte einer der heftigsten Schneestürme der letzten Jahre
und man kam für die Zukunft überein, dass aufgrund des Wetterrisikos
in den Wintermonaten der Oktober wohl der beste Monat für Retriever
Field Trials wäre - eine Erkenntnis, die bis heute in den Köpfen
der Field Trial Secretaries der einzelnen Clubs herumspukt. |
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1920 berichtete Mr. Walter Baxendale, Secretary
der International Gundog League, dass Retriever Trials mittlerweile
so zahlreich seien, dass es den Secretaries nahezu unmöglich
wäre, Terminüberschneidungen zu vermeiden. Gleichzeitig
wurde denjenigen Hundeführern, die bereits die Qualifikationen
innerhalb ihrer Grafschaft besassen, nahegelegt, in Zukunft auch
einmal weitere Wegstrecken auf sich zu nehmen.
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Tatsächlich fanden 1918 nur insgesamt 12 Trials statt, also
weniger als im Vorkriegsjahr 1913. Jedoch stieg ihre Zahl im folgenden
Jahr bereits auf 16 Trials mit einer Teilnehmerzahl von insgesamt
266 Hunden - darunter 196 Labradors - an. Ab diesem Zeitpunkt stieg
die Anzahl jährlich, während immer mehr neue Clubs und
Societies gegründet wurden.
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Schliesslich fanden in den späten
30iger Jahren rund 40 Veranstaltungen pro Jahr statt.
Nachdem es dem LRC 1919 nicht gelungen
war ein Field Trial zu organiseren, fand sein erstes Field Trial
Meeting am 12./13. Oktober 1920 in Aqualate, Newport (Shropshire)
mit freundlicher Genehmigung von Sir Robert Boughey statt. Als Richter
waren Mr. Charles Alington, Lord Sherbourne und Lord Somerleyton
eingeladen worden. Es wurde in zwei Klassen gestartet - eine Open
Stake für 10 Hunde und eine Junior Stake für Hunde, die
nach dem 24. Januar 1919 geboren waren. Die Open Stake wurde von
Mr. T.W. Twyford's Rüden "Tag of Whitmore" gewonnen,
der in dieser Saison noch einigen weiteren Ruhm erntete, als er
weitere fünf Open Stakes und schliesslich auch die Retriever
Championships 1920 gewann.
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Zweiter der Champion-ships wurde in diesem
Jahr "Rounton Sea Fret" der Col. Bell gehörte und
der zum "Runner Up" dieser Championships gewählt
wurde. "FTCh. Tag of Whitmore" war ein Nachkomme von "FTCh.
Patron of Faskally", den Mr. Twyford für 500.- GBP von
Captain Butter gekauft hatte - eine sehr hohe Summe zu dieser Zeit
- und den er dann mit seiner Hündin "Tactful of Whitmore"
verpaart hatte.
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| FTCh. Tag of Whitmore |
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Mr. Twyford war viele Jahre lang ein überzeugter
Befürworter des Labradors und Mr. Mackay Sanderson schrieb
über ihn und seinen Zwinger: "... nach dem Banchory-Zwinger
wurde in der Geschichte des Labradors wahrscheinlich kein Name grösser
geschrieben, als der des Whitmore-Kennels. Die Whitmore-Labradors
stellten in beiden Bereichen - Show und Field Trials - unter Beweis,
dass sie fähig waren mit den besten Hunden ihrer Zeit zu konkurrieren.
Der Whitmore-Kennel wurde während seiner glanzvollen Karriere
vor allem von Mr. John Caddy geführt und es war grösstenteils
seinen Bemühungen und seiner Umsicht zu verdanken, dass sich
dieser Zwinger eine beherrschende Position in der "Gundog World"
sichern konnte."
Mr. Twyford starb 1921 und Zwinger wurde
von seinem Sohn, Major H. Twyford zunächst in kleinerem Umfang
weitergeführt, bis er 1931 schliesslich aufgelöst wurde.
Im Verlauf der Hochzeit des Zwingers gewannen Withmore-Labradors
wenigstens 36 Field Trials. Der Zwinger brachte nicht nur einen
Dual Champion "Titus of Withmore (*1919) hervor, dem es als
bisher einzigen Dual Champion auch gelang 1923 und 1924 die Retriever
Championships zu gewinnen, sondern noch sechs weitere Show-Champions
und drei Field Trial Champions. Der spätere Einfluss dieses
Zwingers auf die weitere Zucht reichte weit.
"Dual Champion Titus of Whitmore"
war in direkter Linie ein Nachkomme von "Netherby Boatswain",
einem der zentralen Hunde der Labrador-Zucht (diese Linie war von
Lord Knutsford wohlbedacht gegründet worden durch die Verpaarung
seiner Hündin "Munden Single" mit "Warwick Collier").
Titus wurde sehr extensiv zur Zucht eingesetzt
und produzierte viele berühmte Hunde wie den Dual Champion
"Flute of Flodden" (*1927), sowie drei weitere Show-Champions
(Thrill of Whitmore, Throne of Whitmore und Stanton Sheelah) und
zwei weitere Field Trial Champions (Tag of Clava und
L'ile Titanic).
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Der Name "Whitmore" fand sich nicht nur in vielen Ahnentafeln,
der von Reggie Corbet of Adderley gezüchteten Hunde, sondern
auch in denen der "Liddly-Labradors" von Mr. und Mrs.
Saunders wieder.
Stammhund der "Liddly-Labradors" war "Ch. Liddly
Jonquil", dessen Vater "Ch. Tar of Hamyax" ein Sohn
von "Toi of Whitmore" war. Jonquil" zeugte nicht
nur "Ch. Holton Joyful", "Shavington Jet" und
"Liddly Geranium", sondern stand auch hinter den Zwingern
Cookridge und Heatheredge.
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| Mr. Herman Saunders mit
Liddly Cyder |
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"FTCh. Tag of Whitmore", der
Gewinner der ersten Open Stake des LRC und einer der drei Field
Trial Champions dieses Zwingers, wurde unter anderem mit der Hündin
"Squib of Belvior" verpaart. Aus dieser Verbindung stammte
die berühmte Hündin "Beningbrough Tansy".
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"Beningbrough Tansy" brachte mit "Banchory Corbie"
einige überaus herausragende Hunde und vor allem ein bemerkenswertes
Trio - bestehend aus FTCh. Banchory Ben, FTCh. Muntham Raven und
FTCh. Beningbrough Tanco - hervor.
Bei der Verpaarung von Tansy mit Corbie fand sich sowohl auf der
Vater-als auch auf der Mutterseite "FTCh. Peter of Faskally"
wieder.
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| FTCh. Banchory Ben |
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"FTCh. Beningbrough Tanco" gewann 1927 die IGL Retriever
Championships, während sein Wurfbruder "Muntham Raven"
auf dem 4. Platz landete (zusammen mit "Duke of Kirkmahoe",
dem Vater von "Ch. Ingleston Ben"). Im folgenden Jahr
steigerte sich Raven dann auf den 2. Platz und sein Bruder "FTCh.
Banchory Ben" wurde Dritter.
"Beningbrough Tansy" brachte noch acht weitere Open Stake
Winner hervor und war rückblickend gesehen wahrscheinlich die
erfolgreichste Zuchthündin in dieser Zeit.
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"FTCh. Beningbrough Tanco" wurde sehr extensiv als Deckrüde
eingesetzt und aus einer Verpaarung mit "Rockstead Swift"
stammte eine herausragende Hündin: Lady Hill-Wood's "FTCh.
Hiwood Chance".
Chance wurde 1928 geboren und gewann 1931 zunächst die LRC
All-Aged Stake, bevor sie 1931 und 1932 Dritte der IGL Retriever
Championships wurde, die sie 1933 und 1934 dann gewann. Chance gilt
als einer der herausragendsten Arbeitshunde der Zwischen-kriegsjahre.
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| FTCh. Hiwood Chance |
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Der "Beningbrough"-Zwinger
des Earls of Chesterfield zeichnete viele Ahnentafeln dieser "inter-war-period"
aus. Lord Chesterfield gehörte dem Gründungskommitee des
LRC an und war bis 1932 aktives Mitglied. Er war immer ein starker
Befürworter der Veranstaltung von Field Trials und unterstützte
bis 1928 viele Trials als Richter. Er selbst war ein hervorragender
Schütze und seine Hunde wurden von Mr. H. Daniels sehr effizient
geführt.
Während
dieser Periode erhielten rund 70 Hunde den Titel eines Field Trial
Champions. Es gab viele gute Hunde in dieser Zeit und die Zucht
auf Qualität, die von den bestehenden Zwingern verfolgt wurde,
zeigte eine deutliche Wirkung. Neben den bereits erwähnten
Zwingern, leisteten auch Namen wie Bramshaw, Flodden, Withington
und Rockstead ihren Beitrag zur Entwicklung der Labradors.
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Die drei aufeinanderfolgenden
Siege mit demselben Hund sind dabei eine bisher einzigartige Leistung.
Als der LRC gegründet wurde, hatte
er 129 Mitglieder. Davon waren ungefähr 16 Prozent hochgestellte
Adlige. Viele andere wurden in "Burke's Landed Gentry",
einer erstmals 1826 erschienen Sammlung der wichtigsten Familien
und einflussreichsten Personen der Britschen Inseln, aufgeführt.
Alle oder beinahe alle der "5-Shilling-Mitglieder" waren
Gamekeeper oder Hundeführer, die im Dienste anderer Mitglieder
standen.
Das Organisieren geeigneter Gelände
für Trials war in dieser Zeit kein Problem für die Field
Trial Secretaries. Viele der Mitglieder waren bereit ihr Land zur
Verfügung zu stellen. Alle Mitglieder waren selbst Schützen
und schätzten deshalb einen gut erzogenen Retriever als Jagdgefährten.
Der Sport-Presse dieser Tage zufolge schien
es, als waren Field Trials, sowohl ein gesellschaftliches, als auch
ein sportliches Ereignis. Es wurde stets ein hohes Mass an sportlicher
Fairness von den Teilnehmern erwartet. Und wir sollten uns darüber
im Klaren sein, dass wir ihre "Erben" sind!
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Teil
I: vor 1914
Teil
III: ab 1946
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