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Entwicklung der Show-
und Arbeitslinien
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In den frühen Entwicklungsjahren der Rasse konnte ein Hund
an einem Tag an einem Field Trial (dt. Leistungsprüfung im
Feld) platziert und am darauffolgenden Tag im Ausstellungsring klassiert
werden. Aus dieser Zeit stammt auch der Begriff des "dual purpose
dog" oder übersetzt des Hundes für den "zweifachen
Zweck". Dennoch war dies auch damals nicht an der Tagesordnung,
wie allein die Tatsache, dass es in den vergangenen 100 Jahren nur
zehn Hunde gab, die in Großbritannien den Titel eines "Dual
Champions" erreichen konnten, zeigt.
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Dieser Titel wurde denjenigen Hunden verliehen, denen es gelungen
war sowohl den Field Trial Champion (dt. Jagdarbeitschampion) als
auch den Show Champion Titel zu erlangen.
Der erste Labrador, der diesen Titel erhielt, war Lady Howes schwarzer
Rüde "Banchory Bolo" (*1915) und bis heute blieb
Mrs. Wormalds gelber Rüde "Knaith Banjo" (*1946)
der letzte Labrador, dem diese Ehre vor über einen halbem Jahrhundert
zuteil wurde.
Unter allen bisherigen "Dual Champions" befanden sich
nur zwei gelbe Labradors, "Staindrop Saighdear" und "Knaith
Banjo", und nur eine Hündin, "Lochar Nessie",
während es sich ansonsten um schwarze Rüden handelte.
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Als die Popularität der Rasse immer
weiter zunahm, deuteten sich bald Tendenzen hinsichtlich einer "Aufspaltung"
der Rasse in Show- und Arbeitslinien an. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken
legte der englische Labrador Retriever Club den Züchtern nahe,
bei der Wahl ihrer Zuchthunde und ihren Verpaarungen Arbeitsanlagen
und standardgemäßes Aussehen gleichermaßen zu gewichten,
um einen einheitlichen Typ zu erhalten. Man befürchtete, dass
die Bevorzugung eines der beiden Zuchtziele unweigerlich eine Aufspaltung
nach sich ziehen würde.
Dies war auch einer der Gründe, der zur Einführung des "Working
Certificate for Bench Winners" führte. Leslie Sprakes schrieb
1933 in "The Labrador Retriever -its history, points and training"
in diesem Zusammenhang "
glücklicherweise erließ
der Kennel Club in den frühen Ausstellungstagen des Retrievers
(im Jahre 1909) die Vorschrift, dass kein Retriever den Titel eines
Ausstellungschampions erhalten konnte, ohne zu zeigen, dass er Arbeitsqualitäten
besaß, indem er ein Arbeitszertifikat gewann. Bis diese Regel
durchkam, erhielt jeder Hund, der an Ausstellungen drei Anwartschaften
unter drei verschiedenen Richtern gewonnen hatte, den Titel eines
Champions. Ein Retriever mochte unfähig sein zu apportieren oder
sogar schussscheu sein, oder ein hartes Maul haben, aber er konnte
immer noch Champion der Rasse werden." Ziel dieser Prüfung
war die Überprüfung der Anlagen des Hundes, wie der Schussfestigkeit,
Weichmäuligkeit, Apportier- und Suchfreude, wobei eine mangelnde
Standruhe oder das nicht ordnungsgemässe "in die Hand des
Hundeführers" apportieren nicht unbedingt zum Nichtbestehen
führten. |
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| Moderner Showchampion (Foto: Petra Tischner) |
Moderner Field Trial Champion (Foto: Harald
Hubert) |
| Doch die sich schon in den dreißiger
Jahren abzeichnenden Befürchtungen hinsichtlich einer allmählichen
Aufspaltung der Linien manifestierten sich später. Der Prozess
an sich verlief fließend. Rückblickend lassen sich dafür
an vielen Stellen zeitgenössischer Literatur Anzeichen finden.
So erinnerte sich beispielsweise Lorna Countess Howe in "The
Popular Labrador Retriever" (1957) an Lord Knutsfords Worte:
" ... sicherlich sollten Leute, die reine Schönheitshunde
wollen, sich eine andere Rasse suchen und nicht den Labrador in Hunde
aufteilen, die auf der Jagd von praktischem Nutzen sind, indem sie
Wild apportieren sowie in Hunde, die ausschliesslich Ritter der Ausstellung
sind. Der Labrador hat so klar gezeigt, dass er beides machen kann
und es liegt an denen, die die Rasse lieben, denen das Interesse dieser
Rasse sehr am Herzen liegt, dass dieser gute Ruf beibehalten wird."
Während sie selbst an die Liebhaber der Rasse appellierte: "Es
besteht diesbezüglich in der Gegenwart einige Gefahr. Lasst uns
aufpassen - ehe es zu spät ist. Die grossen Hunde der Vergangenheit
haben so gekonnt sowohl Schönheit und Intelligenz aufrecht erhalten,
wir sollten versuchen diesen sehr hohen Standard zu bewahren."
Und doch konnte die Uhr zu dieser Zeit bereits nicht mehr zurückgedreht
werden. Waren es zuvor vor allem wohlhabende Aristokraten und Angehörige
der Oberschicht gewesen, die den Labrador als Jagdhund schätzten
und die Geschicke seiner Zucht lenkten, erstreckte sich die Liebe
zum Labrador in zunehmendem Maße auf alle Bevölkerungsschichten.
Es setzte ein regelrechter Boom auf den Labrador als Ausstellungs-
und Familienhund ein und mit steigender Popularität ging ein
veränderter Anspruch an die Zucht einher. In der Folge orientierten
sich Züchter, die sich der Zucht von Ausstellungshunden verschrieben
hatten, im Wesentlichen an den dort als "Ideal" herausgestellten
Hunden und damit an Merkmalen des äußeren Erscheinungsbildes.
Dem hingegen richteten Züchter, die sich auf die Zucht von Labradors
für den Jagdeinsatz konzentrierten, ihr Augenmerk vor allem auf
die jagdlichen Arbeitsqualitäten, wobei das Erscheinungsbild
zuweilen etwas in den Hintergrund trat. Auf diese Weise wurde der
ursprüngliche "Dual Purpose"-Gedanke immer mehr in
den Hintergrund gedrängt. |
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Eine detaillierte
Darstellung der Entwicklung der Show- und Field Trial Linien bis
in die achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts finden Sie im ...
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Kosmos Buch
Labrador Retriever
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Gebundene Ausgabe, 336 Seiten
Franckh-Kosmos Verlag
1. Auflage (8. Oktober 2009)
ISBN-10: 3440110524
ISBN-13: 978-3440110522
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Der
ideale Labrador für den Jagdeinsatz
Field
Trials
Der
Titel des Field Trial Champions
Der
Titel des irischen Field Trial Champions
Field
Trials in Kontinentaleuropa
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