|
Field Trials in England
|
|
In England werden die besonderen
jagdlichen Fähigkeiten der Retriever vor allem anlässlich
sogenannter "Field Trials" geprüft. "Field Trials"
werden, um die typischen Qualitäten des Retrievers für die
Arbeit nach dem Schuss möglichst gut beurteilen zu können,
im Rahmen von Treib- bzw. Streifjagden auf freilebendes Feder- und
Haarnutzwild abgehalten. |

| Sie sind vom englischen Kennel Club, der
hierzulande mit dem VDH vergleichbar ist, lizensiert und werden im
Einklang mit dessen detaillierten "Field Trial Regulations"
durchgeführt. Gestartet wird in verschiedenen Stakes, die sich
durch ihr Leistungsniveau unterscheiden, wie z.B. Puppy-, Novice-,
All-Aged- oder Open Stakes. |
 |
Novice Stakes |
Ein Novice Stake ist gemäss
den KC Field Trial Regulations ein Field Trial an dem Hunde jeglichen
Alters zugelassen werden können, die zuvor weder einen 1.,2.,3.
oder 4. Platz in einem Open Stake mit 24 Hunden, noch einen 1., 2.
oder 3. Platz in einem Open Stake mit 12 Hunden oder einen 1. Platz
in einem All-Aged oder Novice Stake errungen haben. Damit hat das
Novice Stake des Kennel Clubs nichts mit der kontinentalen Unterscheidung
der Field Trials in "à la française" oder
"à l'anglaise" zu tun, sondern ausschliesslich mit
den bereits erreichten Erfolgen des Hundes.
Wie bei jedem FT steht auch hier die "natural game finding ability"
(die natürliche Fähigkeit Wild zu finden) der Hunde im Mittelpunkt. |
| Der geringeren Erfahrung der Teilnehmer
wird vor allem dadurch Rechnung getragen, dass die Arbeitsentfernungen
kürzer gehalten und hinsichtlich der erwarteten Führigkeit
gewisse Abstriche gemacht werden. Im "Guide to the Conduct of
Field Trials" findet sich zudem die Regelung, dass die Richter
eines Novice Stake ihre Schützen dazu anhalten sollen nicht weiter
zu schiessen, wenn ein Hund bereits zu einem Retrieve geschickt wurde,
um ihn nicht von seiner Arbeit abzulenken. |
 |
Open Stakes |
Ein Open Stake
ist gemäß den KC Field Trial Regulations ein Field Trial
an dem ein Retriever die Möglichkeit hat, eine Anwartschaft auf
den Titel des Field Trial Champions zu erhalten oder sich für
die Teilnahme an den jährlich abgehaltenen I.G.L Retriever Championships
zu qualifizieren.
Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Open Stakes:
|
|
Two-Day-Open
Stake (mit max.24/ min. 20 Teilnehmern)
One-Day-Open
Stake (mit max. 12/ min. 10 Teilnehmern)
|
|
Bei der Bewertung der Hunde wird sowohl
die Leistung an sich, als auch der Schwierigkeitsgrad der Arbeit
berücksichtigt (A-,B-, C-Retrieves). In der 24-Dog-Open Stake
kann ein erster, zweiter, dritter und vierter Platz (= Award) und
in einer 12-Dog-Open Stake ein erster, zweiter und dritter Platz
vergeben werden.
Das auch heute noch übliche "Preisgeld" wurzelt in
der Historie der Field Trials. Bereits 1902 setzte die "Retriever
Society" erst-mals ein Preisgeld in Höhe von 20 Pfund
für den ersten Platz aus, um damit die Attraktivität an
der Teilnahme zu erhöhen!
Grundsätzlich wird bei einem Field
Trial die Arbeit von Jagdhunden im Feld bewertet. So wird bei einer
Open Stake für Retriever erwartet, dass die unangeleinten Hunde
während des Treibens oder in der Line ruhig, geduldig und aufmerksam
warten, bis sie an der Reihe sind.
Gutes Markieren ist für Retriever
im Hinblick auf einen möglichst geringen Geländeverbrauch
unentbehrlich.
|
| Deshalb bilden die Markierfähigkeit,
die Lenkbarkeit, die natürliche Fähigkeit Wild zu finden,
die Nase, der Arbeitsstil und -freude, das schnelle Aufnehmen, sowie
das saubere Abgeben von Wild die Grundlage für die Beurteilung
der Arbeit eines Hundes. |
Field Trial Awards
| Ein "Award" (dt. = Auszeichnung)
ist eine Platzierung von 1 bis 4 bei einem Field Trial nach Entscheidung
der Richter. Daneben können die Richter nach eigenem Ermessen
im Rahmen der IGL Retriever Championships "Diplomas of Merit"
oder im Rahmen anderer Stakes "Certificates of Merit" verleihen. |
 |
"Certificate/ Diploma of
Merit" |
| Bei einem "Certificate/
Diploma of Merit" (CoM/ DoM) handelt es sich um eine Auszeichnung,
die die Richter nach ihrem Ermessen an diejenigen Hunde vergeben können,
die zwar aktuell nicht den Sprung ins Finale der besten vier Hunde
geschafft haben, die aber trotzdem fehlerfrei gearbeitet und damit
die Richter von ihren Qualitäten als verlässliche Retriever
überzeugt haben. |
| Faults |
|
 |
Bei "Field
Trials" gibt es eine Reihe von eliminierenden Fehlern, sog. ("eliminating
faults", die zum sofortigen Ausschluss führen. Dazu zählen
z.B. Hartmäuligkeit, Winseln oder Bellen, Einspringen und Nachjagen,
ausser Kontrolle geraten, die Verweigerung Wasser anzunehmen, das
Tauschen oder das Nichtapportieren.
Daneben gibt es sog. "major faults", also bedeutende Fehler,
die nicht unbedingt zum sofortigen Ausschluss führen, wie z.B.
das Nichtfinden von erlegtem oder verletztem Wild, schlechte Fussarbeit,
ein "Eye-wipe", die Beunruhigung von noch nicht bejagtem
Gelände, nachlässiges Apportieren, lautes Handling des Führers
oder schlechte Kontrolle über den Hund. |
| Auch die Voraussetzungen für die Qualifikation
der Richter in A- oder B-Panel-Richter, sind in den "Field Trial
Regulations" des Kennel Clubs genau festgelegt, wobei sich der
A-Panel-Richter vor allem durch seinen grösseren und langjährigeren
Erfahrungsschatz auszeichnet. |

| Labradors, deren Ahnen ihre
ausgeprägten Retrieverfähigkeiten durch entsprechende Erfolge
auf "Field Trials" unter Beweis gestellt haben und die seit
Generationen auf ihre Arbeitsqualitäten hin selektiert wurden,
werden deshalb auch häufig einfach "Field Trial Labradors"
genannt. |
Entwicklung
der Show- und Arbeitslinien
Der
ideale Labrador für den Jagdeinsatz
Der
Titel des Field Trial Champions
Field
Trials in Kontinentaleuropa
|
|